° Die zehn besten Dänen der Welt
1. Königin Margrethe, weil sie so ist wie wir: Steht ganz normal im Telefonbuch (auf Seite 44), hat keine Gardinen in der Küche ihres Palastes und eine Schwäche für griechische Zigaretten, von denen sie täglich 60 Stück pafft.
2. Paprika Steen, weil sie nicht nur die beste dänische Schauspielerin ist (siehe Dogma) – sie hat auch die Popularität eines Gemüses gesteigert: Mittlerweile gibt es noch 17 weitere dänische Mädels, die so heißen wie jene Gewürzpeperoni - und zwar ganz offiziell.
3. Carl August Nielsen, weil der Komponist und Dirigent bewies, dass ein armes Genie nicht nur berühmt, sondern auch reich und zum Volkshelden werden kann.
4. Niels Bohr, weil er nicht nur den Nobelpreis 1922 ins kleine Dänemark holte – der Quantenphysiker war auch ein brauchbarer Agent: Unter dem Decknamen Nicholas Baker wurde er Anfang der 40er in die USA geschleust, um bei geheimen Manhattan-Projekt die Atombombe zu entwickeln. Die er, guter Mann, später verhindern wollte.
5. Ove Sprogøe, weil er 14 Pläne hatte – und niemals aufgab. Denn er spielte 14 mal den Kleinkriminellen Egon, den Anführer der legendären Olsen-Bande. Ständig landete er im Knast, weil irgendetwas schief ging. Trotzdem sagte er stets: „Ich habe einen Plan“. In Kopenhagen ist die Straße vor dem Gefängnis nach ihm benannt worden.
6. Arne Jacobsen, weil der Design- und Architekturpapst es als erster Däne ins All schaffte: In Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ essen die Astronauten mit Jacobsen-Gabeln.
7. Lars von Trier, weil der dänische Ausnahme-Regisseur („Breaking the waves“, „Dancer in the dark“, „Dogville“) zeigt, dass was aus einem werden kann, wenn man aus einer kommunistischen Nudistenfamilie kommt. Er hatte außerdem mal eine eigene Pornofirma – von Frauen für Frauen. Bemerkenswert.
8. Hans Christian Andersen, weil der Pelè, Nina Hagen oder John Neumeier unter einen Hut bekommt: Alle drei sind zum 200. Geburtstag des Märchendichter Andersen-Botschafter.
9. Helena Christensen, weil das Supermodel gelassen damit umgeht, dass sie angeblich eine hirnlose Langweilerin sein soll. Weit gefehlt übrigens: Die Schöne spricht sechs Sprachen und hat gerade ihre erste Foto-Ausstellung eröffnet. Mit lauter Selbstgeknipstem, natürlich.
10. Peter Høeg, weil uns noch niemand so gut Grönland und den Schnee erklärt hat wie der Schriftsteller durch seine Romanfigur Smilla. In den langen Wintermonaten zieht es ihn und seine kenianische Frau allerdings immer in die Wärme, nach Afrika.
11. Die dänische Fußballnationalmannschaft, weil sie besser spielt als die meisten anderen – und dabei so gut aussieht wie sonst keine.
Veröffentlicht in Brigitte 7/2005.